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In Memoriam

Die Natur hat es so gewollt, die Lebenserwartung des homo sapiens ist um ein Vielfaches höher als die des canis lupus familiaris. So kommt es, dass im Laufe eines Menschenlebens eine Reihe von Hundeleben am homo sapiens vorbei ziehen. Mit jedem einzelnen, individuellen Hundeleben verbinden wir eigene schöne Erinnerungen, Fotos, vielleicht Videos. Allen gleich ist aber der Schmerz des Verlustes, die Lücke, die der jeweilige Hund hinterlässt.


Jambo(s) vom Gratenpoet

März 1978 - Oktober 1990

Jambo 1980

Jambo, unser Hundhund, der nach reiflichen Überlegungen des Familienrats angeschafft wurde und diese hunde-unerfahrene Familie gründlich umgekrempelt hat. Vorbei war es mit sauberen Scheiben an der Terassentür auf denen sich ab sofort Abdrücke der Hundenase tummelten. Auf allen Kleidungsstücken fanden sich kleine widerspenstige Hundehaare und die Teppiche waren mit Abdrücken von Hundepfoten verziert. Gerade am Anfang ging auch das eine oder andere Geschäft mal daneben und wurde mal klagend, mal klaglos wegeputzt. Jambo brachte uns bei, dass ein Hund im Haus zur Familie gehört und Zeit und Aufmerksamkeit erfordert. Jambo war ab sofort das dritte Kind im Haus und hat einiges mitgemacht. Er durfte mit Fussball spielen, wurde im Kinderwagen spazierengefahren, hat diverse Verkleidungen ge- bzw. ertragen, hat die Urlaubsziele mitbestimmt und hatte bei der Auswahl der Freunde ein gewichtiges Wort mitzureden. Jambo war ein echter Kumpel, immer dabei und immer mittendrin. Jambo hat sich und uns zu seinen Lebzeiten auch eine Reihe von Abenteuern beschehrt. In Garmisch rutschte er während eines Spaziergangs die vereiste Skiabfahrt hinunter und liess sich durch seine, die Abfahrt hinunter gekletterten Menschen retten. In Dänemark fiel er ins Hafenbecken des Yachthafens, weil er vor lauter Eile den Steg verfehlte. Auch hier waren seine Menschen zur Stelle um ihn zu retten. In Österreich konnte auch ein schmiedeeisernes Reklameschild, an das er angebunden war, ihn nicht daran hindern, hinter einer Rüdenkonkurrenz herzulaufen, auch wenn das Schild, das er hinter sich her zog, mächtig Krach machte.

Jambo 1980

Jambo wurde 12,5 Jahre alt und sein Tod ist uns sehr nahe gegangen. In den letzten Jahren seines Lebens litt er an immer stärker werdender Spondylose im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule. Im Bereich der Lendenwirbel war eine deutliche Versteifung zu erkennen, die ihn aber nur in der Bewegung etwas einschrä¤nkte. Im Bereich der Halswirbelsäule wurden die Schmerzen schließlich immer stärker. Jambo frass nicht mehr und von uns wurde die Entscheidung verlangt, ihn zu erlösen. Wir haben uns damit sehr schwer getan und im Rückblick betrachtet, wahrscheinlich zu lange gewartet. Jambo hat uns auf den Hund gebracht und wird immer einen Platz in unseren Herzen behalten.


Casper vom Dronsberg

September 1990 - Oktober 1997

Ausbildungskennzeichen: BH, AD

Jambo 1980

Casper - Familienhund Nr. 2 -war Jambo zwar äusserlich sehr ähnlich, und doch ein vollkommen anderer Hund. Casper hatte nicht annähernd Jambos Selbstbewusstsein und war immer um Ausgleich bemüht. Er ging Streit aus dem Weg und war einfach zu führen, kurz gesagt, ein sehr pflegeleichtes Familienmitglied.
Casper hatte sich seinen Platz in der Familie schnell erobert. Leider litt er an einer Hautallergie, die ihn zu ständig kratzen ließ. Casper hat viele Stunden auf dem Hundeplatz zugebracht. Die BH Prüfung haben wir zwar ohne Probleme bestanden, seine Leidenschaft wurden weitere Aktivitäten, wie Fährte oder VPG aber nicht.

Casper 1993

Als Casper fünf Jahre alt war, zog die Landseer Hündin Gila bei uns ein und Casper war ihr ab sofort ein verlässlicher Freund. Er kümmerte sich rührend um die kleine Gila, teilte Spielzeug und Kauknochen mit ihr. Auch als Gila ihm längst über den Kopf gewachsen war, ließ seine Freundschaft zu ihr nie nach und er war jederzeit für ein Spielchen zu haben. Casper wurde nur 7 Jahre alt und litt ebenfalls, wie sein Vorgänger Jambo, an immer stärker werdender Spondylose im Bereich der Lendenwirbelsäule. Dort war recht frühzeitig eine deutliche Versteifung zu erkennen, die ihn anfangs aber nur in der Bewegung etwas einschränkte. Später war dann auch äusserlich eine deutliche Deformation der Wirbelsäule zu erkennen. Die zunehmende Spondylose führte schliesslich zu Lahmheit der Hinterläufe. Als Casper eines Tages im Haus die Treppe herunter fiel, weil er seine Beine nicht mehr kontrollieren konnte, haben wir die Entscheidung getroffen, ihn zu erlösen. Leider war sein Leben viel zu kurz, aber auch dieser besondere Hund, wird uns immer in liebevoller Erinnerung bleiben.


Gila von der Kartause

13. Januar 1996 - 11. November 2007

Gila von der Kartause - 1996

Nach langen Überlegungen für und wider der Anschaffung eines Zweithundes zog Gila im März 1996 bei uns ein. Gila, das selbstbewusste Landseer Mädchen, das sich seine Familie beim ersten Besuch beim Züchter selbst ausgesucht hat. Gila wurde von Casper herzlich aufgenommen und liebevoll umsorgt. Auch Dank ihrer puscheligen Füsse trug sie schnell den Rufnamen Puschi. Gila wusste immer genau, was sie wollte und insbesondere, wie sie ihren Willen auch durchsetzen konnte. Nach Caspers frühem Tod und dem Wunsch, weiter zwei Hunde im Haus zu haben, ist Fanni eingezogen. Fanni, ebenfalls ein Landseer Mädchen, wurde auf der Stelle von Gila adoptiert und ihr ganzes Leben lang erzogen. Gila war in dieser Beziehung immer die Chefin und Fanni hat sich in ihre Rolle gefügt, die manchmal ja auch ganz angenehm war, besonders wenn man in gefährlichen Situationen beschützt werden musste. Gila von der Kartause - 2003Mit Beginn des sechsten Lebensjahres zeigte sich auch bei Gila Spondylose, erst im Lendenwirbel- dann auch im Halswirbelbereich. Die Veränderungen im Halswirbelbereich führten ca. zwei Jahre lang periodisch zu heftigen Schmerzen und Schiefstellung des Kopfes. Mit 8 Jahren riss das Kreuzband im rechten Knie inklusive Abriss des Innenmeniskus, aber Dr. Winkler aus Lohmar flickte das Knie in einer mehrstündigen Operation und wer hätte das gedacht, Gila konnte nach ca. 4 Monaten wieder laufen. Im Lauf der Jahre wurde das Laufen für Gila aber immer berschwerlicher, Treppen waren tabu, ins Auto Einsteigen ging ohne Hilfe nicht und glatte Böden waren eine Qual. Gila wurde trotz allem fast 12 Jahre alt und ich glaube nicht zu lügen, wenn ich behaupte, dass sie ihr Leben bis zum Schluss genossen hat. Gila hat uns den Abschied leicht gemacht. An einem Sonntag Mittag im November hörte ihr Herz einfach auf zu schlagen. Wir konnten uns in Ruhe von ihr verabschieden und sie anschliessend begraben. Gilas Beet wird in Ehren gehalten und wir erinnern uns alle gerne an diesen tollen, liebevollen und einfach sehr besonderen Hund.


Fanni von Bullerbue

21. November 1997 - 13. Januar 2010

Nachdem uns Casper viel zu früh verlassen hat, zog Fanni bei uns ein. Geboren in der Nähe von Fulda war ihre erste Herausforderung eine lange Autofahrt nach Hause, wo sie dann von Gila erwartet wurde. Fanni von Bullerbue - 2004Gila, obwohl erst knapp zwei Jahre alt, hat Fanni auf der Stelle adoptiert und bemuttert, aber auch zu ihren Lebzeiten keinen Zweifel daran gelassen, dass sie die Chefin des Mini-Rudels war und auch zu bleiben gedachte. Fanni hat die ihr zugedachte Rolle klaglos akzeptiert, sie aber auch schamlos ausgenutzt, wenn sie beschützt werden musste oder auch einfach nur spielen wollte. Nachdem sie die Kinderkrankheiten des ersten Jahres überstanden hatte, ist sie sehr pflegeleicht weiter mit durchs Leben gegangen. Fanni war kein Draufgänger, sondern sehr besonnen und friedlich im Umgang mit ihren Artgenossen. Fanni von Bullerbue - 2006Mit 9 Jahren erlitt Fanni eine Magendrehung, die wir rechtzeitig erkannten und operieren lassen konnten; Fanni hatte es geschafft! Spondylose im Lendenwirbelbereich haben das Aufstehen und Gehen immer beschwerlicher werden lassen, aber Fanni war dennoch ein sehr fröhlicher Hund, der seit Gilas Tod auch die Führung im Rudel für sich behauptete. Fanni war mit ihren 12 Jahren die Seniorin im Team. Laufen und Aufstehen fiel immer schwerer, aber sie ging immer noch gerne spazieren, auch wenn die Wege kürzer wurden. Ab und zu musste sie dem jungen Gemüse zu Hause Bescheid sagen, aber meistens war sie sehr tolerant und geduldig. Leider hat die Spondylose Fanni die Kontrolle über ihre Hinterbeine verlieren lassen. Sie konnte ohne Hilfe nicht mehr aufstehen und nur noch wenige Schritte am Stück gehen. Das Herz wurde auch immer schwächer und konnte die erforderliche Leistung nicht mehr bringen. Fanni war am Ende ihrer Kräfte. Selbst Streicheleinheiten ließ sie nur noch über sich ergehen. Wir haben sie deshalb in den Hundehimmel gehen lassen. Wir sind sehr traurig und vermissen unsere alte Maus sehr. In unseren Gedanken wird sie immer weiterleben.


Alea von der Haselburg

13. April 2004 - 02. November 2012

Ausbildungskennzeichen: BH, A1

Im Juni 2004 zog Alea bei uns ein. Gila, mittlerweile acht Jahre alt und sehr gemütlich, war ganze zwei Wochen beleidigt und wollte mit diesem unternehmungslustigen Welpen nichts zu tun haben. Alea von der Haselburg - 2004 Dann aber war der Bann gebrochen, Alea wurde adoptiert und hatte von nun an den Himmel auf Erden bei Gila. Alea war schon als Welpe sehr autonom und eigenständig. Sie brauchte viel Beschäftigung, sonst war nichts vor ihr sicher. Ihre Aktivität brachte ihr auch den Spitznamen "Wilde Hilde". Alea mit ihrem Bewegungsdrang war die ideale Begleiterin beim Laufen. Sie betrachtet es als ihre Aufgabe den Lauf zu beaufsichtigen und ließ sich auch selten davon ablenken. Selbst Kaninchen waren nicht wichtig, wenn sie ihren Laufbegleiter bewachen durfte. Alea von der Haselburg - 2011 Alea war auch mit Eifer im Agility Parcour, sie war zwar nicht die Schnellste, arbeitete dafür aber sehr genau und fast fehlerfrei. Sehr zum Staunen ihrer Vereinskameraden ist es ihr gelungen, ein Turnier zu gewinnen. Ihre gute Nase hat sie beim ZOS bewiesen. Seit November 2007 musste Alea ohne ihre Gila auskommen. Sie hat sich zu Hause in aller Ruhe und mit Sorgfalt von Gila verabschiedet und sie mit in den Garten begleitet. Im Mai 2008 ist Alea selbst Adoptivmutter geworden und füllte diese Rolle sehr gut aus. Die kleine Jule wurde erst ordentlich bewacht und dann zum flügge werden in die Welt geschickt. Alea war immer für Aktivitäten zu haben, sei es Wandern, Laufen, Toben oder auch Schlittenfahren. Ihre Begeisterung kannte dann keine Grenzen. Sie begleitete uns gerne in den Urlaub und liebte ihre Familie und ihr Rudel über alles, so wie wir sie. Seit Dezember 2011 lahmte Alea immer mal wieder auf der linken Vorderhand. Im April 2012 haben wir dann die schlimme Diagnose bekommen - Osteosarkom. Keine Aussicht auf Heilung. Das linke Vorderbein war innerhalb von acht Wochen vollständig zerstört. Wir haben das Bein dann noch amputieren lassen und hatten noch zwei wunderschöne Monate miteinander, bis wir sie dann mit einem großen Tumor in der Leber gehen lassen mussten. Alea war ein wunderbarer Familienhund, offen und ausgeglichen, der leider viel zu früh gehen musste. Sie wird in unseren Herzen weiterleben.


Jule von Knosteren

03. März 2008 - 23. Januar 2016

Ausbildungskennzeichen: BH, OB1

Jule 2008

Nach Gilas Tod stand ziemlich schnell fest, ein neuer Hund kommt ins Haus. Im Mai 2008 war es dann soweit. Jule, unser Traumhund, eine schwarze Hovawart Hündin, wurde unser neues Familienmitglied. Jule musste eine gute Woche um Aleas Gunst kämpfen, tat dies aber hartnäckig und schließlich mit Erfolg. Sie wurde mit Haut und Haaren adoptiert und beschützt und beschäftigt, wann immer sie es wollte. Im Alter von 4,5 Monaten bekam Jule eine schwere Giardien Infektion, die ihr (und uns) eine Nacht in der Klinik einbrachte. Für Aufregung war Jule immer gut, da sie so ziemlich alle Kinderkrankheiten mitnahm und zusätzlich dazu neigte, Dinge zu fressen, die ihr nicht gut bekommen sind. Deshalb hier der Dank an unsere liebe Tierärtzin, die uns immer hilfreich und mit Rat und Tat zur Seite stand. Jule ist immer fröhlich und hat ihren Platz bei uns schnell gefunden. Sie liebt es zu schmusen und fordert ihre täglichen Streicheleinheiten. Im Alter von einem Jahr, hat sie nach einem Unfall mit Alea einen Knorpelschaden am linken Knie davon getragen und musste operiert werden. Die OP hatte sie gut und schnell überstanden, aber der Heilungsprozess hat über ein halbes Jahr gedauert, bis Jule wieder schmerzfrei und ohne zu lahmen laufen konnte. Die Zeit ist uns recht lang geworden und es war sehr schade, diesen jungen Hund in seinem Bewegungsdrang bremsen zu müssen. Jule ist pfiffig und lernt sehr schnell, hat aber ihren eigenen Kopf. Auf dem Hundeplatz ist sie begeistert bei der Sache und leicht zu motivieren. Sie ist neugierig, aber nicht unvorsichtig und entscheidet gerne selbst, mit wem sie Kontakt aufnimmt, egal ob Mensch oder Tier.

Jule von Knosteren - 2011

Seit Ende 2012 muss Jule ohne ihre Alea auskommen, die uns viel zu früh verlassen hat. Sie hat Alea die letzten Monate ihres Lebens sehr rücksichtsvoll behandelt und auch den Tag des Abschieds aktiv und aufmerksam begleitet. In den Wochen danach war sie für uns Hilfe und Trost. Jule bleibt ein Jahr Einzelhund und geniesst es, alleinge Empfängerin aller Zuwendungen zu sein. Dann, nach langen Überlegungen, zieht ihre Halbschwester Queena bei uns ein und wirbelt Jules Leben gehörig durcheinander. Jule ziert sich erst ein wenig, findet dann aber Gefallen an dem kleinen Wirbelwind und kümmert sich rührend um das Hundekind. Sie ist halt immer für eine Überraschung gut.
Für uns unfassbar wird Jule ebenfalls von einem heimtückischen Osteosarkom befallen. Statistisch fast unmöglich, in der Realität leider widerlegt, zwei in keinster Weise miteinander verwandte Hunde erkranken kurz hintereinander an einer unheilbaren Krankheit. Das Schicksal hat es nicht gut mit uns gemeint. Jule beginnt auf der rechten Hinterhand zu lahmen und nur 6 Wochen nach der endgültigen Diagnose müssen wir sie gehen lassen. Wir lieben sie wie sie war und sie liebte uns wie wir sind.

Natürlich kann man ohne Hund leben, es lohnt sich nur nicht. (Heinz Rühmann)